Energiewende: "Neue Horizonte"

Den Rahmenbedingungen im deutschen Steinkohlenbergbau trugen auch die Tarifverhandlungen für seine Beschäftigten im Jahr 2011 Rechnung. Der mit einer Laufzeit von 24 Monaten bis zum 31. Dezember 2012 erzielte Tarifabschluss stellt für Arbeitgeber wie Gewerkschaft einen fairen Kompromiss dar. Er trägt zum einen dem Ziel Rechnung, den Anpassungsprozess unter Einhaltung des durch das Steinkohlefinanzierungsgesetz vorgegebenen Kostenrahmens weiterhin sozialverträglich zu gestalten. Zum anderen wurde den Arbeitnehmern des deutschen Steinkohlenbergbaus mit einer Anhebung der tariflichen Löhne und Gehälter um 3,3% zum 1. April 2011 sowie einer Einmalzahlung eine Einkommensverbesserung gewährt, die oberhalb der zu erwartenden Inflationsrate liegt. Dies geschah in Anerkennung der besonderen Leistung der Bergleute im Jahr 2010. Trotz der großen persönlichen Belastung für sie selbst und ihre Familien aufgrund der inzwischen gelösten EU-Problematik haben sie engagierten Einsatz gezeigt.

Die Bewältigung des sozialverträglichen Personalabbaus war und bleibt eine Herausforderung - im Jahr 2010 ebenso wie auch in den folgenden Jahren. Von besonderer Bedeutung sind hierbei die Personalverlagerungen bei der Stilllegung von Betrieben. Die verlegten Mitarbeiter gleichen an den verbleibenden Standorten die Fehlbestände aus, die durch die dort ausscheidenden Beschäftigten entstehen. Insgesamt sind in den Jahren 2010 bis 2013 rund 5 000 Verlegungen notwendig. Hiervon erfolgen noch etwa 3 200 in den nächsten Jahren. Von besonderem Gewicht sind hier 1 130 Beschäftigte, die vom Bergwerk Saar ins Ruhrrevier (330) oder nach Ibbenbüren (800) wechseln werden. Dies verlangt von allen Beteiligten ein Höchstmaß an Flexibilität und Solidarität: Die verlegten Beschäftigten müssen sich auf ein neues und für sie im Wesentlichen unbekanntes Arbeits- und Lebensumfeld einstellen. Auch seitens der Stammbelegschaft erfordern diese Maßnahmen ein hohes Maß an Integrationsfähigkeit.

In Anbetracht dieser Rahmenbedingungen ist es besonders erfreulich, dass die Anstrengungen in der Arbeitssicherheit und im Arbeitsschutz weiterhin positive Ergebnisse zeigen. Bereits in den letzten Jahren war erkennbar, dass die Unfallquoten sowohl über Tage als auch unter Tage stärker rückläufig sind als in der gesamten gewerblichen Wirtschaft. Während hier im Jahr 2010 sowohl absolut (+ 8,3%) als auch bezogen auf die geleisteten Arbeitsstunden ein Anstieg zu verzeichnen war (Anstieg um 3,8% auf 16,5 Unfälle je Mio. geleisteter Arbeitsstunden), sank bei der RAG Deutsche Steinkohle AG die Unfallquote je Mio. geleisteter Arbeitsstunden auf 4,62 (Vorjahr 6,3) und unter Tage auf 6,98 (Vorjahr 9,1).

Der Steinkohlenbergbau zählt hierzulande noch immer zu den größten Ausbildern - und das trotz der Notwendigkeit, die Personalzahlen stetig an die geringer werdende Förderung anzupassen. Er kommt damit nicht zuletzt seiner sozialen und regionalen Verpflichtung nach. So haben im Jahr 2011 wieder 254 junge Menschen ihre Ausbildung bei der RAG Aktiengesellschaft begonnen. Damit beschäftigt das Unternehmen zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres 1 056 Auszubildende. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Industriemechaniker, Elektroniker für Betriebstechnik, Mechatroniker sowie im kaufmännischen Bereich.

RAG: Mitarbeiterverlegungen 2010 bis 2013
RAG: Mitarbeiterverlegungen 2010 bis 2013
Entwicklung der Unfallzahlen
Entwicklung der Unfallzahlen
Fachrichtungen der Auszubildenden im Steinkohlenbergbau
Fachrichtungen der Auszubildenden im Steinkohlenbergbau